ORIENTIERUNG    

Suche nach Autor «Paul Konrad Kurz»

ROMAN Nr. 21   15. November 2001
Der Intellektuelle als Bestattungsredner: Uwe Timms Roman «ROT» – Nach einem Unfall als Fußgänger – Augenblickshafte biographische Erinnerungen – Lebensgeschichte als emanzipatorischer Lernprozeß – Die Folgen einer neuen Beziehung – Die Karriere eines Grabredners – Begegnung mit einem ehemaligen Kampfgefährten – Ein Bruder im Geist.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

ROMAN Nr. 18   30. September 2001
Dem Morden eine Sprache finden: Hans Christoph Buch «Kain und Abel in Afrika» – Ein großer Reisender – An den Kriegsschauplätzen der Welt – Der Völkermord in Ruanda 1994 – Eine Collage mit einem Reisebericht des 19. Jahrhunderts – Wider die Anonymisierung des Todes – Wer ist Opfer, wer ist Täter?
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 8   30. April 2001
Beziehungsgeschichte als Lebensgeschichte: Adolf Muschgs Roman «Sutters Glück» – Ein souveräner Spieler der gegenwärtigen Literatur – Entwicklung einer Beziehungsgeschichte – Elemente des Kriminalromans – Es gibt ein Opfer – Gesucht wird ein Täter – Wer ist der Komplize? – Eine Glückssuche, die tragisch endet – Die Differenz zwischen berechtigter Erwartung und nachweislicher Glücksverweigerung – Die Theodizeefrage – «…bis daß der Tod euch scheidet».
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 2001
Was ist Jüdischkeit heute? Zum posthum veröffentlichten Roman «Schatten über dem Hudson» von Isaac B. Singer – Ursprünglich als Fortsetzungsroman veröffentlicht – Drei Geschichtenstränge – Emigranten im New York der Nachkriegszeit – Die unablässige Frage nach der «Jüdischkeit» – Die Gegenwart der Erinnerung – Die Moderne als Herausforderung – Flucht nach Mea Shearim – Der Brief aus Jerusalem – Eine pathetische Glaubensrede – Die erneute Gestalt des Büßers – Der Anspruch des Glaubens als Anfrage an den Leser.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

ROMAN Nr. 21   15. November 2000
Ostdeutsche Ankunft im Westen: Christoph Heins Roman «Willenbrock» – Reibungsloser Wechsel nach der Wende von 1989 – Keine lineare Kriminalhandlung – Das kleine Glück schenkt keine Befriedigung und Ruhe – Tableau des Verhaltens und der Verhältnisse – Keine tieferen Bedürfnisse.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 12   30. Juni 2000
Der Idiot seiner Geschichte: Wolfgang Hilbigs Roman «Das Provisorium» – Die Erfahrungen eines ostdeutschen Schriftstellers – Das labile Ich und die geforderte gesellschaftliche Stabilität – Zur Geschichte der deutschen Teilung – Der Erzählraum und sein autobiographischer Untergrund – Eingeschlossen im Gefängnis des eigenen Ichs – Keine Unschuld des Erzählens – Der Schriftsteller als Zeitbürger – Der Idiot seiner Geschichte – Leben im Provisorium – Schreiben für einen namenlosen Gott – Rücksichtslose Selbstbeobachtung.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 21   15. November 1999
Conquista und Christianisierung: Annegret Langenhorsts Sichtung lateinamerikanischer Literatur – Eine «zweite Entdeckung» Lateinamerikas durch die Literatur – Nach dem Quinto Centenario – Lateinamerikanische Stoffe und Gestalten in der deutschen Literatur – Auf dem Weg zu den präkolumbianischen Quellen – Die Autoren Pablo Neruda, Miguel Angel Asturias, Alejo Carpentier, Ernesto Cardenal, Abel Posse und Carlos Fuentes – Zur theologischen Relevanz der Geschichten-Erzähler – Eine Re-Lektüre von Conquista und Christianisierung durch die Literatur.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 12   30. Juni 1999
Der Pakt mit Gott – «Gott und die Wilmots»: Zu John Updikes Generationenroman – Schwierigkeiten des Generationenromans in der deutschen Literatur unseres Jahrhunderts – Familiensaga und Zeitroman – Vier Generationen einer Familie – Das Dreieck: Gott – Film – Sexualität – Die einzelnen Personen und die Fabel – Beziehungen zur Religion und zu Gott – Gottes unerbittliches Zurückweichen – Das amerikanische Credo: Glaube als Kraft zum Erfolg – Ein geradezu klassischer Erzähler – Eine mit den Personen sympathisierende, aber sie gleichzeitig relativierende Ironie des Autors.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR/LATEINAMERIKA Nr. 1   15. Januar 1999
Umformung durch Liebe: Zum ersten Band der Erinnerungen von Ernesto Cardenal – Eine Kindheit in Nicaragua – Als Student in Mexiko, New York und in Europa – Novize bei Thomas Merton – Studium der Theologie in Kolumbien und Priesterweihe – Erinnerungen beginnen mit der Erfahrung einer radikalen Lebenswende – Getroffen von dem namenlosen «Nichts» Gottes.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 22   30. November 1998
Rheintaler Engel: Robert Schneiders Roman «Die Luftgängerin» – Kein intellektueller Autor – Die Geschichte eines wunderlichen Mädchens aus dem oberen Rheintal – Familiensage und Heimatroman – Zeitkritik und das Transzendierende – Vom hohen Ton bis zum lockeren Parlieren – Kritische Einwände und Würdigung.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 15/16   15./31. August 1998
Weisheit als Suche nach gelingendem Leben: Zu einer Studie von Christoph Gellner über fernöstliche Religion und Philosophie bei Hermann Hesse und Bert Brecht – Weisheit als Wissen und Praxis für gelingendes Leben – Hesses Kritik an einem eurozentrisch verabsolutierten Abendland – Brechts Suche nach einer Klärung und Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse – Plädoyer für die Öffnung des Religiösen.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 19   13. Oktober 1995
Stifter für Fortgeschrittene: Wer war Stifter? – Neue Biographie von W. Matz – Sein Ansatz: «Warum schreibt einer?» – Matz berücksichtigt das literarische Werk selbst, weniger die Rezeptionsgeschichte – Lebensbeschreibung mit besonderer Beachtung des sozialen und politischen Umfelds – Werkinterpretationen im erzählerischen Kontext – Ungenügende Differenzierung in der Darstellung des «sanften Gesetzes» – Stifters «Modernität» – Sein düsterer Lebensabend.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 21   15. November 1994
Irland: Gesuchte, geliebte Insel: Reisen und Erfahrung – G. Späths Roman «Das Spiel des Sommers neunundneuzig» – Verlust von Lebenslust – Abschied vom bisherigen Leben und das Eindringen von Todesbildern – M.Baurs Roman «Alle Herrlichkeit» – Eine Frau flieht von Zürich nach Irland – Die schmerzende Distanz zwischen Erleben und Erzählen – B. von Wolffens Reiseprosa «Irische Geschichten» – Suche nach einer zweiten Heimat – Die unvergessene schwere Vergangenheit und der tägliche Notstand der irischen Bevölkerung.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 8   30. April 1994
Mythisierte Landschaft – mythisiertes Leben: Zum Roman «Der Wettermacher» von Peter Weber – Schweizer Autoren und ihre Heimat – Das Toggenburger Tal als literarisches Thema – Für den stumm gewordenen Ich-Erzähler ist das Schreiben Heimarbeit – Die Familie des Ich-Erzählers – Schreiben als Selbsterschaffung der Welt – Die Dualität eines christlichen und eines etruskisch genannten Verständnisses von Welt und Mensch – Spuren einer paganen Weltfrömmigkeit.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 21   15. November 1993
Stasi-Dichter oder «Friseur»: Zu Wolfgang Hilbigs Roman: «Ich» – Gedichte und Erzählungen als Zeugnisse gegen den SED-Staat – Die Hauptperson des Romans ist der Stasi-Spitzel M. W. – Und doch ist der Roman kein Stasi-Roman – Durchdringung von Autor und staatserhaltendem Dienst – Der Dichter lebt in einer Welt von Vorstellungen – Die gestörte Wahrnehmung der Stasi-Leute – Was und wer bestimmt, was wirklich ist?
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 17   15. September 1993
Die Wirklichkeit erträglich machen: Martin Walsers neuer Roman «Ohne einander» – Auflösung einer Familie als Thema – Personen und Handlungen – Das zweite Thema: Schreibzwang und Schreibnot im Journalismus – Der Großkritiker und seine Selbstinszenierung – Die öffentliche Meinung als die neueste Kirche – In der Perspektive der drei Hauptpersonen erzählt – Der Mensch als Schwächling und als Feigling.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 11   15. Juni 1993
Endzeit der Menschheit: Ein Oratorium aus Chile – Die Personen sprechen nicht als Individuen – Die Menschheit vor ihrem Ende – Die Verantwortung Gottes wird eingeklagt – Die offene Frage nach dem Rächer.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 9   15. Mai 1993
«Krieg ohne Schlacht»: Zu Heiner Müllers autobiographischen Bekenntnissen – Aus Gesprächen entstanden – Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit dem Werk und mit den kulturpolitischen Kontrolleuren der DDR – Verlornene Hoffnungen auf den sozialistischen Staat.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 4   28. Februar 1993
Gnadenlose Abrechnung mit den Vätern: Zu Kurt Drawerts «Spiegelland. Ein deutscher Monolog» – Entlarvung der Sprache als Entlarvung einer versteinerten Gesellschaft – Die Wut gegen die Väter und Großväter – Der Glaube eines Jugendlichen an den besseren Menschen – Ein Leben aus der Perspektive des Todes – Krank durch Vernunft, Wille und Pflicht.
Paul K. Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 21   15. November 1992
Nicht angepaßt nocht Utopist: Günter de Bruyns autobiographischer Bericht «Zwischenbilanz» – Kindheit im Nationalsozialismus – Nachkrigszeit und DDR-Staat – Mit dem Überleben beschäftigt – Nach 1989 zu einer moralisch glaubhaften, literarisch geschätzten Autorität – Schreiben aus Neugierde und «Chronistenpflicht» – Katholizismus als familiäres Bindemittel – Ein Leben in der Distanz zum jeweiligen Staat.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 18   30. September 1992
Deutsch-polnische Versöhnung: Zu Günter Gass' neuer Erzählung «Unkenrufe» – Das polnische Danzig/Gdansk der Gegenwart – Nationale Vrsöhnung und private Idylle eines älteren Paares – Der mehrfache Sinn des Buchtitels – Die in eine Erzählung eingekleidete Manhnung des Autors.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 3   15. Februar 1992
Gedächtnisarbeit – Trauerarbeit: Literarische Positionen in der ehemaligen DDR – Der Gegensatz zwischen einer «tragischen» und einer «ironischen» Gesellschaft – C. F. Delius' Erzählung «Die Birnen von Ribbeck» – Von der Feudalzeit bis zur «Wende» – M. Marons neuer Roman «Stille Zeile sechs» – Kampf um eine authentische Lebensgeschichte – Wer ist Täter, wer ist Opfer? – Verborgene Nischen einer kleinen Freiheit – G. de Bruyn und sein Essayband – Eine Analyse deutscher Befindlichkeit – Das große Vorbild Heinrich Böll – Literatur als kritische Instanz gegenüber der Macht.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 21   15. November 1991
Versuch über den geglückten Tag: Zum neuen Roman von Peter Handke – Geglückter oder glücklicher Augenblick? – In Gegenständen erfahrene Schönheit und Anmut – Zur Tradition abendländischer Glücksvorstellungen – Kairos und der Glaube an die «Schöpfung» – Der aufmerksam hörende und beobachtende Autor – Rettung des tätigen Betrachtens – Suche nach einer transformierenden Sprache – Der Dichter wird zum Medium einer Botschaft.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

ROMAN Nr. 19   15. Oktober 1991
Alfred Dorn aus Dresden: Zum Roman «Die Verdeigung der Kindheit» von Martin Walser – Ein Charakter als Zeitroman – Rückkehr nach dem Osten – Die Bobardierung Dresdens am 13. Februar 1945 – Der überlebende Alfred Dorn – Das Wunderkind in der Schule – Beruflich und gesellschaftlich ein Verlierertyp – Ereignislose Beamtenlaufbahn im Westen – Ein plötzlicher und überraschender Suizid – Wer war Alfred Dorn? – ein Roman, der die verlorene Kindheit retten will – Poetische Vergegenwärtigung der unerbittlich, unwiederbringlich entschwundenen Heimat.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 6   31. März 1991
In alltägliche Dinge versenkt: Zu P. Handkes Beschreibungsbildern «Noch einmal für Thukydides» – Geduldig wird Ungesehenes in Blickfeld gerückt – Das Betrachtete verändert den Betrachter.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 1991
Suche nach einer redlichen Sprache: Zum 70. Geburtstag von Kurt Marti – Paradigmenwechsel der «christlichen Literatur» – Nach Religionskritik und Säkularisierung – Konkretismus als literarisches Verfahren – Verfremdung und Provokationen – Republikanische Vernunft und Verantwortung des Christen – Gelebtes Vertrauen in die Fülle des Lebens – Gegen die Christentümer – Gotteslob nach Tschernobyl – Dichtung als Gebrauchstexte für den Menschen – Von der sprachschöpferischen Kraft biblischer Erinnerungen.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 1   15. Januar 1991
«Fast nichts» im geschichtsträchtigen Jahr 1989: Zu Peter Handkes «Versuch über die Jukebox» – Natur und Geschichte als Orte menschlicher Glückssuche – Möglichkeiten des Erzählens heute – Erinnerungen eines Jungendlichen an die Musik aus der Jukebox – Wechsel von Augenblicksbildern und Erzählabläufen.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 21   15. November 1990
Eine Überlebende des Grauens: Zu nachgelassenen Gedichten Rose Ausländers – Erinnerungen an die verlorene Heimat – Holocaust als Zensur – Zwischen Traum- und Wachbewußtsein.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 19   15. Oktober 1990
Abgesänge der DDR-Literatur: Deutsche Einheit entzweit Schriftsteller aus Ost und West – Mittäter und Mittläufer – Auschwitz und die deutsche Einheit – Welche Geschichte wird nun liquidiert? – Christa Wolfs Erzählung «Was bleibt» – Bericht über einen Tag am Ende der 70er Jahre – Die Autorin wird vom Stasi observiert – Existentielle Fremdheit im sozialistischen Staat – Volker Brauns Roman «Bodenloser Satz» – Mit der Landschaft wird auch das Leben demontiert – Es bleibt nur die Grabrede auf die geschändete Heimat – Wer den Boden unter den Füßen verliert, dem bleibt kein Trost.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 18   30. September 1990
Inge Merkels Aufklärungsroman «Das große Spektakel»: Vor- und postbarock – Oder einfach altwienerisch? – Ein Welttheater: Gott im sozialen Rollenspiel.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 1990
Utopie der Alten? Zu einem neuen Roman von Christine Brückner – Idealer Entwurf einer Senioren-Wohngemeinschaft – Erzählerische Überraschungen halten sich in Grenzen.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 18   30. September 1989
Von der Aussonderung zum Mord: Zum neuen Buch «Die Welt zusammenfügen» von Cordelia Edvardson – Als Kind nach Auschwitz deportiert – 40 Jahre danach Gespräche mit Altersgenossen und Nachgeborenen – Leben in Israel nach dem Jom-Kippur-Krieg – Erinnerungen an die geliebte Mutter E. Langässer – Die neue Erzählung «Abschied von Sidonie» von Erich Hackl – Schicksal eines ausgesetzten Zigeunermädchens im faschistisch gewordenen Oberösterreich – Der Roman «Ausgrenzung» von Waltraud Anna Mitgutsch – Fallgeschichte einer Mutter und ihres autistischen Sohnes – Die Decke der Humanität ist dünn.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 8   30. April 1989
Suche nach einem neuen, anderen Leben: Zu Christa Wolfs neuen Roman «Sommerstück» – Erinnerungen an einen Sommer auf dem Lande – Konflikte und Klagen eines ungelebten Lebens brechen auf – Erträumte Idylle und Heimat im Bauernhaus – Das unaufhaltsam näherrückende Lebensende wird wahrgenommen – Brandkatastrophe im Dorf zerstört die Sommerseligkeit – Bilder einer gestundeten Zeit unter Freunden – Erzählerin ist zugleich Hauptfigur des Romans.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 4   28. Februar 1989
«Entsetzlich offene Geburt»: Richard Exners Schöpfungsgedicht – Geburt und Schöpfung als Vertreibung aus dem Paradies – Der Mensch träumt davon, die mangelhafte Wirklichkeit zu überwinden – Leere oder erfüllte Zeit – Kindheit als Chiffre unversehrten Lebens – Persönliche Erfahrungen und strenge Spracharbeit durchdringen einander.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 23/24   31. Dezember 1988
Mann und Frau: Anhäherungen – Trennungen: Der Roman «Meduse» von Gertrud Leutenegger – Suche nach dem Reich der ungeteilten Liebe – Hanna Johansen schreibt den Roman «Ein Mann vor der Tür» – Die Zeit hält nicht, was der Augenblick verspricht – Margrit Baurs Roman «Geschichtenflucht» – Wenn der Erzähler sich im Geflecht der Geschichten verbirgt.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 18   30. September 1988
Der romantische Traum: Zum neuen Roman von Johannes Rüber – Aufklärung und die zerstörte Einheit von Mensch und Welt – Suche nach dem Verlorenen in der romantischen Poesie – «Heinrich von Ofterdingen» als Kultbuch der Romantik – Ein Fragment gebliebenes Werk – Johannes Rüber schreibt den Romantorso weiter – Auf dem Weg ins mittelalterliche Griechenland – Atlantis als Utopie versöhnten Lebens – Paradiesvorstellungen bei Jean Paul – Unter der Kuppel der Hagia Sophia – Wiederkehr der Poesie als Verheißung – Das schöne Gegenbild als rückwärtsgewandte Utopie?
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 15/16   31. August 1988
In den Slums von Calcutta: Zum neuen Roman von Günther Grass – Absichtsvolles Tagebuch eines Indienfahrers – Blick auf die sozialen Verhältnisse – Aus der Position europäischer Aufklärung – Göttin Kali als weibliche Protestfigur – «Zunge zeigen» als Ausdruck der Scham.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 7   15. April 1988
Die Freiheit des Eros: Zu einigen Roman-Neuerscheinungen (3): Gabriel Garciá Márquez' Roman einer lebenslangen Liebe – Die Wartezeit dauert 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage – Das Ambiente einer kolumbianischen Stadt um die Jahrhundertwende – Zwei Liebende auf einem Schiff unter Quarantäne-Flagge – Zwischen realistischem Humor und märchenhftem Abschluß – Per Olov Enquist erzählt drei ineinader gefügte Liebesgeschichten – Erfahung des absouten Anspruchs in der Liebe führt in ausweglose Situation – Wer ist der leibende Mensch: ein gestürzter Engel?
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 6   31. März 1988
Erinnerte Liebe – behauptete Liebe: Zu einigen Roman-Neuerscheinungen (2): Zu einer neuen Erzählung von Ulla Berkéwicz – Eingetaucht in die Hamburger Theaterwelt – Traum von leibseelischer Einheit von Mann und Frau – Odyseus und Penelope als mythisches Muster in Inge Merkels Roman – Alltägliche Mühen der zu Hause gebliebenen Frau – Nicht nur erotische Abenteuer des Mannes – Gegen das Vergessen steht die Erzählung – Bathseba, die durch König David verführte Frau in der Darstellung von Torgny Lindgren – Der Gott der Frau steht gegen den Gott des Mannes.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 5   15. März 1988
Liebe als Suche nach geglücktem Leben: Zu einigen Roman-Neuerscheinungen (1.): Eros zwischen übersteigerten Erwartungen und alltäglichen Konflikten – Weisheit der Liebe ist subjektiv und objektiv – Walter Muschg neue Erzählungen – Fünf unerhörte Begebenheiten – Mann und Frau sind in ihren biographischen Verletzungen gelähmt – Die erotische Liebe findet keinen Platz – Helga Schütz' neuer Roman – Verlockungen der Warenwelt – Zwischen Besitzen und Lieben vermag der Mann nicht zu unterscheiden – Bilder der Verheißung in den Erinnerungen der Frau – Marin Walsers Agentennovelle und die Sehnsucht nach der Idylle.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 22   30. November 1987
Nur der Suchende findet: Zu Peter Handkes Märchen Die Abwesenheit – Um die Verbindung von schöpferischer Phantasie und Welterkundung – Der richtige Weg wird gesucht – Drei ortskundige Personen: Frau, Soldat, Spieler – Alter Mann als weiser Führer – Der gemeinsame Weg dieser vier Personen – Plötzliches Verschwinden des kundigen Alten – Spurensuche als einziger Ausweg.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 15/16   31. August 1987
Unsere Zeit als eine Wartezeit: Zeitgeschichtliche Bemerkungen in literarischen Texten – Apokalyptische Angst als Bestimmender Hintergrund – Diskrepanz zwischen intellektuelle, und emotionalem Niveau – Postmoderne als Stichwort – Krise kulturell aufklärerischer Autorität – Positionen und Vertreter – Schwierigkeiten des Erzählens – Kritisch-mimetische Funktion von Literatur.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 11   15. Juni 1987
Quijote stürzt sich blindlings in die Abenteuer des Lobens: Zu einer neuen Lyrik-Sammlung von Kurt Marti – Schwierigkeiten mit dem Lob Gottes in der deutschen Lyrik der Gegenwart – Eigener Weg Kurt Martis aus republikanischer, pazifistischer Tradirion – Spracharbeit auf der jesuanischen Spur – In «Mein barfüßig Lob» setzt er sich dem Spiel der Vergeblichkeit aus – Die religionskritische Frage der Aufklärung bleibt gültig, auch wenn sie jetzt lautet: «Wie Gott loben nach Tschernobyl?» – Verfremdung und Verwerfung in experimenteller Spracharbeit.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

Nr. 8   30. April 1987
Unterwegs zum Gott der Langsamkeit: Peter Handkes autobiographische Erzählung Nachmittag eines Schriftstellers – Die Stunden außerhalb des Schreibens – Wer ist der ideale Erzähler? – Existenz des Schreibers ist dem Werk gleichrangig.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

ROMAN Nr. 4   28. Februar 1987
Vier Jahrhunderte Pilgerfahrt nach Tuntenhausen: Zu Carl Amerys «Die Wallfahrer» – Vielfach Mißbrauchte Marienfrömmigkeit in Bayern – Die Führer des Katholizismus verkannten die Zeichen der Zeit – Sprung ins 20. Jahrhundert – Die beiden Grafen Arco – Madonna der kleinen Leuten – Die Nike-Rakete als neue «Patrona bavaria» – Geht das Weltende von Bayern aus? – Eine komödiantische, süddeutsch-katholische Apokalypse.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 1   15. Januar 1987
Neuentdeckte Weltfrömmigkeit: Peter Handkes Roman «Die Wiederholung» – Heimkehr in die Kärtner Heimat – Die Lebenshemmende Gestalt des Vaters – Entdeckung der Dinge durch Entdeckung der Sprache – Die Suche nach dem verschollenen Bruder – Karstlandschaft – Kein realistischer Roman – Dem Text unserer Welt auf der Fährte – Die offenbarende Kraft des Alltäglichen.
Paul Konrad Kurz, Gauting

BUCHHINWEIS Nr. 22   30. November 1986
Huldigung an die Dauer: Zu Peter Handkes Gedicht an die Dauer – In Denk- und Erzählschritten mitgeteilte Erfahrungen – Der geheimnisvolle, plötzliche «Ruck» – Erinnernde Wahrnehmung der Welt.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 15/16   15. August 1986
... In realistischer Erzählweise: Ein neuer Roman von Isabel Allende – Liebespaar auf dem Hintergrund des chilenischen Terrors – Die Suche nach den Verschundenen – Drei herausragende Frauengestalten – Uwe Timms Versuch eines lateinamerikanischen Bildungsromans – Deutsches Know-how im Dschungel – Passiver Widerstand der einheimschen Bevölkerung – Wunsch nach einem anderen Leben.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 12   30. Juni 1986
Der gegenwärtige Mensch – weder Prometheus noch Jesus? Zum neuen Roman «Eingeschlossen» von Ingeborg Drewitz – Gescheiterte berufliche Karrieren eines Atomphysikers und eines Sozialarbeiters – Hybris des wissenschaftlichen Forschers – Heiligkeit des Helfers – Dem Zynismus der Psychiatrie und des öffentlichen Rechts ausgeliefert.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 4   28. Februar 1986
Vom Ende der Humanzeit: Zu Günter Grass' neuen Roman Die Rättin – Komponiert aus altdeutschem Märchenschatz, Personen des Blechtrommel-Romans und politischer Zeitkritik – Im chronologischen Dreischritt: vom Ausbeuter-Mensch über den «großen Knall» zur Neugeburt des «Rattenmenschen» – Mehrfach gesponnener Erzählfaden wird durch eingefügte Gedichte kommentiert – Rättin mahnt den unbelehrbaren Menschen vor seiner drohenden Selbstvernichtung – Erzähler und Rättin erzählen im Widerstreit – Nur die lebensnotwendige Angst vermag den Menschen zu retten – Die nach der atomaren Katastrophe auftretenden Menschenratten fallen in menschlisches Fehlverhalten zurück – Grass' Frage, ob die letzten Hoffnungen schon vertan sind – Gewitzte Partien mit moralischem Appell – Diskrepanz zwischen mythisierendem Märchenton und apokalyptischer Intention.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 22   30. November 1985
Philosophierender Reiseroman: Zu Peter Sloterdijks «Zauberbaum» – Von der Kritik zeitgenössischen Kulturbewußtseins zur erzählenden Evokation der Gegenwart – Am Vorabend der Französischen Revolution reist ein Wiener Arzt nach Paris – Neben den politischen Großereignissen beobachtet er an abgelegenen Orten die Neuentdeckung des Selbst – Riß durch das Subjekt verlangt den Verzicht auf theologische Macht – Gegenmittel: die heilende Macht des Magnetismus – Innere Erfahrungen, die nach außen drängen – Abgesplitterter Wille muß sich mit dem tieferen Grund des Lebens verbinden – Unmittelbares Wissen um die im Ich wirkende Kraft – Descartes' Reflexionen als seinsvergessen Philosophie – Weg in das tatsächliche Niemandsland der Wahrheit läßt alle Vorstellungsbilder fallen – Suche nach einer mediativ kommunizierenden Ganzheit.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 20   31. Oktober 1985
Erzählte und dialogisierte politische Moral: Zu Bölls nachgelassenem Roman «Frauen vor Flußlandschaft» – Wort als einzige Waffe in den Zeitläuften – Eine in Politik, Geld, Karriere verstrickte Gruppe von Männern – Frauen als Gegenbilder und Gegenwelt – Suizid und Verweigerung als Weisen der Reaktion – Der proletarisch degradierte Mensch denunziert die Unmoral der Mächtigen – Bölls Liebe zum armen, unangepaßten Jesus – Zur gattungsmäßigen Einordnung des Buches – Nicht eine plausible Geschichte wird erzählt, sondern ein Tableau arrangiert.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 17   15. September 1985
Gott – Verzweiflung an jedem möglichen Bild? Zum Erziehungsroman eines Vampirs Das Licht und der Schlüssel von Adolf Muschg – Dreigliedriger Roman und Nachschrift in Briefen – Zwischen dem Lebensproblem der Frau (Mona) und der Kunstproblematik des Mannes (Constantin Samstag) – Vampir des 20. Jahrhunderts versucht sich als Saugtherapeut zu ernähren – Er erzählt die Todkranke Frau ins Leben zurück – Kunst: ein Medium wird unfähig zum unmittelbaren Gebrauch – Erzähler verweigert den Schlüssel zur Erzählung – Leben ist bis auf weiters nicht heilbar.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 10   31. Mai 1985
Geschichtsroman als Familienroman: Zu Dieter Lattmanns Roman «Die Brüder» – Zweiter Weltkrieg und die Folgegeschichte – Die Familie wird im zweigeteilten Deutschland auseinandergerissen – Vorgegebene Chronologie der öffentlichen Haupt- und Staatsaktionen – Verküpft mit den episch gestalteten, aber doch realen Personen – Inszeniert durch erzählerisch erdichtete Begegnungen und Gespräche – Dominierende Außenperspektive des Ezählers – Innenseite der handelnden Personen bleibt unzugänglich.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 6   31. März 1985
«Abreise wohin – Ankunft zu welcher Gegenwart?»: Zu Erica Pedrettis Erzählungen «Sonnenaufgänge Sonnenuntergänge» – Die nur dunkel erlebte, immer entgleitende Gegenwart – Der schreibende Mensch erfährt ungeahnte Möglichkeiten der Aufmerksamkeit – Erzählende Verschränkung von Zeitebenen und Bewußseinsstrom – Wirklichkeitseröffnende Wirkungen der Kunst.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 4   28. Februar 1985
Der Traum der Kunst hält das Leben offen: Kurt Martis Aufzeichnungen und Abschweifungen 1980-1983 – Ist die Frage nach einem Menschenbild idealistisch? – Geschützt von der privilegierten Geschichtslosigkeit der Schweiz – Zwischen den Polen von Ruhe und Ordnung schimmert iritierend der «Traum der Phäaken» – Jesus als Mitbürger hätte Marti erschreckt – Die poetische Utopie: der alte Schauspieler Julian segnet den Papst im Namen der «Heiligen Anarchie».
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1984
Vier Könige auf dem Weg zu Jesus: Poetische Vergegenwärtigung der Dreiköngsmythe in Michel Tourniers Roman – Legende vom vierten König, der zu spät kam – Jeder König begibt sich auf seinen Weg – Gastgeber Herodes verkörpert die dämonisch-unerlöste Macht – Der in Betlehelm gebornen Kind-König Jesus als Gegenbild – Der Esel, der die Weihnachtsgeschichte erzählen darf – Der vierte König, Prinz Taor, auf der Suche nach Süßigkeiten – Das Misverhältnis von Erwartung und Erfüllung – Das stellvertretende Leiden Taors – Der Zuspätgekommene erfährt als erster das Mysterium – Reflektierte Naivität der romanhaften Erszählung – Das Heilige als Burleske – Jesus als Initiatorische Bezugsperson.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LYRIK Nr. 10   31. Mai 1984
Befreiender Glaube sicht dichterische Sprache: Verstummen christlicher Lyrik im Nachkriegsdeutschland – Wie konnte einer nach dem gnadenlosen Auschwitz von Gott reden? – Schon viel früher «Weltriß» und Krise in der Sprache – Sprachmächtiger Jesus, sprachohnmächtige Wiederholer – Im Zitieren verliert die Glaubensprache ihren Erfahrungsbezug – Liturgiereform und Sprachproblem – Von der Seelensprache zum gesellschaftskritischen christlichen Gedicht – Jedes Gedicht nimmt sich Freiheit – Epiphanische Kraft von Poesie und Glaube gegen verwalteten Offenbarungsbegriff.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 1   15. Januar 1984
Bilder des gestörten Eros: Zu Gertud Leuteneggers «Komm ins Schiff» – Tötet die männliche Welt letzlich die Frau? – Die Radikalität der Sehnsucht wird eingeklagt – Folgen menschenmordender Modernisierung – Traumlogik in der Darstellung – Surreale Verschiebung der Bilder und Darstellungsebenen.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 18   30. September 1983
Der Betrachter greift ein: Zu Peter Handke Der Chinese des Schmerzes – Von der Kritik am sprachlichen Verhalten zur Hinwendung an die eigene Leidensgeschichte – Korrespondenz von Landschafts- und Selbsterfahrung – Der «Schwellensucher» Valentin Sorger – Erinnerungslose Prosa und gegenwartsgesättigte Sprache – Ihre Radikalität: Neue Sehweise der Wirklichkeit – Der wahre Betrachter ist der Handelnde.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 17   15. September 1983
Christa Wolfs Erzählung «Kassandra»: Gegen das Chliché des «puren Pessimismus» – Christa Wolfs Erzählung und Aktualisierung des Mythos – Der Kontext: Frankfurter Poetik-Vorlesungen – Erzählmonolog Kassandras in der Stunde vor ihrem Tod – Konflikt in der staatlich gefestigten Familienkonstellation – Es gibt keine guten helfenden Götter mehr – Bilder einer positiven Gegenwelt in der Gemeinschaft klassenloser Frauen – Aktuelle Bezüge: Vorkrieg und Kriegmoral – Sprachregelung und öffentliche Selbsttäuschung – Leiden der Frauen in falschen Strukturen.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

WELTAUFFASSUNG Nr. 13/14   15. Juli 1983
Atomphysiker Capras Schritt zur Mystik: Eine neue kosmisch-dynamische Einheitslehre? – In seiner Biographie Ganzheitserfahrung als mystisches Urerlebnis – Er bettet sie in ein Theoriesystem – Anders als Teilhard Entwurf einer Kultur- und Gesellschaftskritik – Abschied vom mechanistischen Paradigma – In der Nähe von Hinduisten, Buddhisten und Taoisten – Arbeit dürfte dem meditativen Bewußtsein nicht widersprechen.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 8   30. April 1983
«Weil Gott nötig ist»: Zu Hartmut Langes Roman «Die Selbstverbrennung» – Ist Gott ein neues literarisches Thema? – Martin Walser: Verzicht auf die Widerstände des Schreibens – Heinrich Böll: Gott als innerstes Gegenüber gegenwärtig – Peter Handke: Poetische Vernunft erahnt friedensstiftende Form göttlicher Gegenwart – H. Langes grüblerische Pfarrgestalt aus der DDR – Auslösendes Moment: Selbstverbrennung des Pfarrers Brüsewitz in Zeitz (1976) – Sempert, Hauptgestalt des Romans, wird sensibilisiert durch Lebensfeindlichkeit der herrschenden Weltanschauung – Pfarrer Koldehoffs Grundfrage: Ist Gott nicht am Menschen schuldig geworden? – Grenzen des unbedingten Willens zur Aufklärung – Die entdeckte metaphysische Bedürftigkeit des Menschen.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 3   15. Februar 1983
Spuren zu sich selbst: Der zweite Roman von Claudia Storz – Irlandreise als Suche nach sich selbst – Leitfigur: Die Künstlerin und Freiheitskämpferin Augusta Gregory-Persse (1852-1932) – Erkundungen im Spiegelbild von Frauenbiographien – Interesse an der einzelnen Individualität.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 19   15. Oktober 1982
Ein Wettbewerb für chtistliche Literatur: Gibt es christliche Literatur? – Historischer Umbruch in den 50er und 60er Jahren – Kein Forum mehr zur publizistischen Vermittlung – Nach H. Böll sind die Menschen «christusbedürftig» – Literarische Veranstaltungen an Katholikentagen selektiv gesteuert – 300 Teilnehmer am Wettbewerb für christliche Kurzprosa 1982 – Verführt ein solcher Wettbwerb nicht zu einer «christlichen» (und apolitischen) Engführung?
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 17   15. September 1982
Autobiographisches von «Pfarrerskindern»: Die geistige Kultur Deutschlands stark von evangelischen Pfarrhaus geprägt – Es entwickelte hohe Wortkultur, aber wenig politische und gar keine erotische Kultur – Die vorgeschriebene Familienharmonie – Väterliche Autorität mit dem Wort Gottes verknüpft – Der Preis dieser «Heilen Welt»: Stau aus Depression, Zweifel und Kritik – Breites Spektrum autobiographischer Aussagen – Die Modelle von Autorität und konfliktfreiem Zusammenleben in katholischer Version.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 14/15   31. Juli 1982
Schweizer Literaturbrief (2): Erzählt werden Befreiungsvorgänge der Person, durch sie erscheint das soziale Umfeld – Joseph Zoderers Erziehungsroman Das Glück beim Händewaschen – Konflikt mit der Ordnungsstruktur eines Internats – Jörg Steiners zweischichtiges Gruppenbild der älteren und mittleren Generation Das Netz zerreißenDie Insel von Ilma Rakusa – Männliches Ich sucht auf Patmos sich selber auf die Spur zu kommen – Thomas Hürlimanns Erzählband Die Tessinerin – Seine Titelgeschichte, die stärkste, erzählt vom Sterben – Eine «Radikalität», die der Tod fordert – Max Frischs unerbitterliche Untersuchung gegen den Mann Blaubart – Ungelöste Schuldfrage nach dem Freispruch – Unfreies Verhalten in erzählerischer Freiheit ausgebreitet.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 12/13   30. Juni 1982
Schweizer Literaturbrief (1): Politische Parklandschaft – Kurt Marti gegen falsche Sicherheit – Gertrud Leutenegger «Der Gouverneur» – Gigantische Traumarbeit – Ein anderes Wissen in Rahel Hutmachers «Wettergarten» – Erzählband «Dona» bringt elementare Lebenshilfe – Sinnesänderung als zweite, bewußte Geburt.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 3   15. Februar 1982
Mystik und neuere Literatur (2): Mystische Erfahrung im Spannungsverhältnis zum Wort – Poetisches Genie und Inspiration – Wann haben Texte einen «mystischen Einschlag»? – Peter Handke: «Unendliches Liegbesschwingen zwischen der Seele und Gott, das ist Himmel» – Sprachliche Entgrenzung – Auch nicht ursprünglich poetische literarische Gattungen für mystischen Impuls offen – Strategie der Auffindung – Phänomen Mystik, ein vernachlässigtes Thema der Literaturkritik.
Paul Konrad Kurz, Gauting b/München

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 1982
Mystik und neuere Literatur (1): Verstandener und mißverstandener Mystikbegriff – Vom naturwissenschaftlichen und ideologiekritischen Denken in Frage gestellt – Eine andere Weise der Erfahrung von Wirklichkeit – Teils heller, teils dunkler als übriges Wissen – Schmerzen der Läuterung und der kreatürlichen Begrenzung.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 17   15. September 1981
Suche nach der wahren Gestalt: Autobiographische Selbstdarstellung von 70jährigen – Vilma Sturm geht trotz «Barfuß auf Asphalt» weder barfuß noch auf Asphalt – Sie litt zeitlengs am Mißverhälntnis von Rationalität und Mystik – Luise Rinsers «Den Wolf umarmen» – Barockkatholischer Werdegang und überraschendes Bekenntnis zum Sozialismus – Mystischer Urgrund ihres Glaubens – Keine Wehleidigkeit, dafür etwas Selbstlob – Für die Fortsetzung wäre mehr erfahrene Problematik wünschenswert – Fridolin Stiers «Vielleicht ist irgendwo Tag» – Intensiv erfahrene Gegenwart, Ganzheit und Schöpfungsbewußtsein – Kritik an «Natur ohne Gott» und «Gott ohne Natur» – Ein Erfahrungs-, Leidens- und Trostbuch des späten 20. Jahrhunderts.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 15/16   15. August 1981
Suche nach der wahren Gestalt: Provozierende Wahrheit in neuen Autobiographien – Thomas Bernhard im Aufstand gegen die Sinnlosigkeit – Lungenheilstätte als Geburtsort zum Dichter – Eine Art Liturgie gegen die Beleidigungen – Peter Handkes autobiographische Erfahrung in der «Kindergeschichte» – Allein mit dem Kind: «Ich habe jetzt ein Schicksal» – Natürliche Vorgänge werden zu Offenbarungsvorgänge – «Realitätstümler» unter seinen Kollegen als «Tyrann einer neuen Epoche» gebrandmarkt – Das Verhältnis von Schreiben und Wirklichkeitserfahrung.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 11   15. Juni 1981
Kritisches «Rendez-vous» mit dem Vaterland: «Ich hab im Traum die Schweiz gesehen» Nach Österreich- und Deutschland- nun auch Schweizkritik – 35 Autoren, darunter Max Frisch, Peter Bichsel, fünf Frauen und auch Auswanderer – Adolf Muschg fragt: Gibt es eine Schweizer Nationalliteratur?
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 4   28. Februar 1981
Gertrud Leutenegger neu dramatisierter Gilgamesch-Mythos: Poetisches Drama «Lebewohl, gute Reise» bringt den Ausbruch der bisher zurückgedränten Erotik – Aufgeklärtes Schneewittchen im Sarg, ICH auf hohem Berg – Gespräch über die Heilige Hochzeit zwischen Frau (Mutter=Königin von Uruk) und Frau (Tempelhure=ICH) – Eine einsame Reise, weil der Partner fehlt – Der Gilgamesch-Prometheus-Faust-Mann, der die Liebe scheut und den Tod fürchtet – Die Diskussion der Affen über die denaturierten Menschen von Uruk – Dort sind die letzten Alphütten in Tankstellen umgebaut – Sündenfallgeschichte des Mannes aus einer apokalyptischen Sicht der Frau – Stärken und Schwächen mythisierender (im Gegensatz zur dokumentarischen) Erzählweise.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1980
«Reich Gottes» in der Schweiz und anderswo: Kurt Marti und sein Gedichtband «abendland» (vgl. Titelseite) – «längst hat gott seinen boden unter den füssen verloren (an immobilienfirmen)» – «großer gott: uns näher als haut» – Erotischer Glaube – Liebe als Mystik und Genialität der einfachen Leute.
Paul Konrad Kurz, Gauting b/München

LITERATUR Nr. 22   30. November 1980
«Baiyun» – China und zurück: Während Günter Grass auf seiner Chinareise mit «Kopfgeburten» spielt, setzt der Schweizer Adolf Muschg seine Reisegruppe einem Prozeß der Selbsterfahrung aus – Bericht über das Objekt China wird zur Erkundung des Subjekts Gruppe – China wie erwartet – Aber unvorhergesehenen und unerklärlich: der Tod des Reiseleiters – Reisebericht wird zum Detektivroman – Beziehungsdelikt oder fehlende Beziehungen? – Eine Art «Decamerone» in China – Unser eigenes Unbehagen als Individuen in der Großgruppe.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 20   31. Oktober 1980
Im Bild des Vaters das Bild der Epoche: Wie kommt ein Sohn heute dazu, seinem verstorbenen Vater den Prozeß zu machen? – Die Entdeckung seiner Kriegstagebücher – Bürgerliches Trauerspiel des unpolitischen Vaters – Das Höchste denken und das Niederste nicht verhindern – Richtende Selbstgerechtigkeit und Sicherheit des Sohnes – Christoph Meckels Buch ist mehr Demonstration als «Suchbild».
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 16   31. August 1980
Friedenspreisträger Ernsesto Cardenal: Nach Pablo Neruda meistgelesener Autor Lateinamerikas – Des reichen Patriziersohns Weg zur radikal gelebten Armut – Mystiker und Freund vom Thomas Merton auch außerhalb der Klostermauer – Kubaerfahrung – Botschaft und Schiksal der Gemeinde von Solentiname – Mit der Partei der Armen gegen Somoza – Heute Kulturminister – Weder Berufsschriftsteller noch Intellektueller – Welterfahrung mit den Rechtlosen und Rückgriff auf die Urgeschichte Nicaraguas – Epiphanie des brüderlichen Menschen – Gegen die Zerstörung der Natur und des menschlichen Zusammenlebens – Der Revolutionär sieht die Menschheit «für die Hochzeit mit Gott geschaffen».
Paul Konrad Kurz, Gauting b/München

LITERATUR Nr. 11   15. Juni 1980
«Rumor» – Zerfall einer Person: Diskussion «versöhnt»/«nicht versöhnt» in der deutschen Literatur – Botho Strauß fociert mit der Romangestalt Kekkers die Nicht-Versöhnung – Diskrete Komplizenschft mit der Spottfigur seiner Jugendjahre – Rumor als Codewort – Möchtegernpatriot liebt imaginäres Land – Monods trostlose Sicht des Menschen – Trotz Sinnleugnung Suche nach Sinn.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1979
«Im Stalle von B.» – Ikone und Politik: Zu einem Weihnachtsgedicht von Ernst Meister (1979) – Mittelalterliche Ikonopraphie der Geburt Jesu – Aber verfremdende Elemente: Warum Uria? Wo bleibt Joseph? – Der Pilz von Hiroshima und das Schweigelager von W.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 21   15. November 1979
Zu Peter Handkes «Langsamer Heimkehr»: Auf dem Weg zur Selbstfindung – «Gegen die Zeit ein richtige Leben führen» – Bedürfnis nach Heil und kontemplativ-metaphysischer Versöhnung – Geschichte: «eine (auch von mir) fortsetzbare freidensstiftende Form» – Eine mystische Spur: «Ja, es gab eine Gnade» – Eine gefährliches Stilprinzip – Ästhet und Existentialist an einem Scheideweg.
Paul Konrad Kurz, Gauting

LITERATUR Nr. 15/16   15. August 1979
Die Angst in Bölls deutschem Sittenbild: Der neue Roman «Fürsorgliche Belagerung» – Während Walsers «Seelenarbeit» auf das Individuum blickt, beschreibt Böll die Gesellschft im «Belagerungszustand» – Nach viel Vorzeige- und Trauerarbeit die Botschaft des Romans: «daß ein Sozialismus kommen muß, siegen muß» – Religion nicht nur geachtet, sondern gelebt – Chronist und Warner sollen bleiben.
Paul Konrad Kurz, Gauting bei München

LITERATUR Nr. 13/14   31. Juli 1979
«Seele», ein Thema zeitgenössischer Literatur: Die «schöne Seele» im utopischen Elan der deutschen Klassik – Iphigenie und Faust als Idealtypen – Die «deutsche Seele» und ihre Geschichte – Gottfried Benns Polemik gegen die kleinkarierte Christenseele – Anzeichen einer revidierten Einstellung – Neues Stichwort Seelenarbeit im neuen Roman von Martin Walser – Begrenzte Hoffnung und realistische Bescheidung – Analogie zu Mitscherlichs Trauerarbeit – Parallele in biblischer Ganzheitserfahrung?
Paul Konrad Kurz, Gauting

LYRIK Nr. 12   30. Juni 1979
Zu Detlev Blocks gesammelten Gedichten: Bezug auf: Natur, Zeitgenossen, Nächster, Jesus/Gott – «Warum ärgern Sie sich über hundert Spatzen, von denen 99 nicht da sind?» – In einer Welt ziellosen Dahinrasens Blocks «Anhaltspunkte» wörtlich verstehen.
Paul Konrad Kurz, Gauting b. München

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 1979
Jesus in der deutschen Gegenwartsliteratur: Publikationen im Grenzgebiet von Literatur und Theologie – Bestandesaufnahme von Karl-Josef Kuschel – «Christliche Dichtung» als Element des Kulturkatholizismus – Indirekte Annäherung an die Gestalt Jesu aus heutiger Wirklichkeitserfahrung – Gliederung des Materials in jesuanische Themenkreise, Figuren, Knotenpunkte – Person und Sache Jesu als bestimmender Hintergrund jenseits von dogmatischen Formulierungen und illusionistischen Bildern.
P. K. Kurz, Planegg

VERKÜNDIGUNG Nr. 23/24   15. Dezember 1978
Gespräch über Jesus in Solentiname: Ursprüngliches Verstehen des Evangeliums – Ernesto Cardenal und die Dorfgemeinschaft von Solentiname – Predigtgespräche der Gemeindemitglieder als Anstrengung zur Übersetzung der Frohbotschaft – Worte, die nicht trennen, sondern Verbindungen schaffen, die Wirklichkeit neu sehen lassen – Weihnachten als Antrieb zu Jesuserkenntnis.
Paul Konrad Kurz. Planegg

LITERATUR Nr. 18   30. September 1978
Hubert – eine deutsche Entwicklungsgeschichte: Identitätskrise in Peter Härtlings neuem Roman – «Hubert, aus dir wird nie ein richtiger Mann» – Der Sohn des SS-Offiziers findet statt der «Höhle Mutter» die «schwarze Höhle» Kino – Dessen Helden ersetzen verdrängte Vergangenheit und erfolglose Gagenwart – Dem siechen Hubert Windisch stellt keiner die heilende Parzivalfrage.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 15/16   15. August 1978
Gott lebt in den Psalmen: Verstummung der Psalmendichtung angesichts erfahrener Geschichte des 20. Jahrhunderts – Vergessene Tradition der Psalmodie – Dritte Phase der Aufklärung und die Frage nach dem «religiösem Subjekt» – Psalm als Gattung im Altertum – Säkularer Wiedergewinn der Sprache der Psalmen – Poesie und Politik.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 9   15. Mai 1978
«Ein fliehendes Pferd»: Nach seinen Romanen schrieb Martin Walser jetzt eine Novelle – Die Begegnung zweier ehemaliger Schulfreunde wird für sie und ihre Frauen zur Stunde der Wahrheit – Erschütterungen im privaten Bereich als Antithese zur «Gallistischen Krankheit» – Die politische Dimension diesmal ausgeklammert – Gelingt die Midlife-Wende, ein persönliches Leben im weniger Falschen?
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 5   15. März 1978
Brecht und Religion: Nicht die Existenz Gottes, sondern die Funktion der Gottesbilder beschäftigten ihn – Gott als Lückenbüßer – Hans Pabst untersuchte Brechts Werk als Theologe, nicht als Literaturhistoriker.
Paul K. Kurz, Planegg b/München

LITERATUR Nr. 3   15. Februar 1978
Innerschweizer Schriftsteller: Abseits der großstädtischen Feuilletons – Eine Anthologie von 118 und eine Biographie von 206 Autoren – Es darf erzählt werden – Keine Weisung aus einer Chefetage – Wie ungebrochen ist der Mensch noch in dieser Landschaft?
Paul Konrad Kurz, Planegg b. München

ESSAY Nr. 18   30. September 1977
Auch von Zärtlichkeit ... lebt der Mensch: Zärtlichkeit, ein öffentlich unbrauchbares Wort – Was Wörterbucher und was Menschen darüber sagen – Die unzärtliche Erwachsenenwelt – Mit den Augen liebkosen – Peter Lippert am Silvaplaner- und Silsersee – Keine Abkapselung, sondern aktive Aufmerksamkeit – Katechismus und Predigt befürchten Mißverständnisse – Heinrich Böll erinnert an die Zärtlichkeit Jesu und des Neuen Testaments.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 12   30. Juni 1977
Ninive in der Innerschweiz: Gertrud Leuteneggers Zweiter Roman: «Ninive» – Ein präparierter Riesenwal als Anlaß des Wiedersehens für zwei junge Leute – Liebe im Zwiespalt zwischen der Einheimischen (Erzählerin) und dem Sohn einer Gastarbeiterin – Dem bösen Feind und seiner Hoffart widersagen – Anerkennung des Mythos in der Kirche und der Ideologie im Sozialismus – Doch für beide kein Vertrauen – Dreifaltigkeitsdreieck, Jonaserzählung, Tantum ergo – Geht die Autorin in der Prophetenrolle nach Ninive?
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 7   15. April 1977
Detlev Blocks neue Lyrik-Anthologie: Gedichte von hundert christlichen Autoren – Große Meister und unbekannte Entwicklungshelfer – Heutige Werktagserfahrung und die Erinnerungen an den armen Mann von Nazareth – Dreierlei Sprechweisen – Nur eine voll literarisch – «Hoffnung, Frühaufsteherin am schwärzesten Tag».
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1976
Weihnachtscollage über den lieben Gott: Frage zum Fest: Wann haben Sie das letztemal mit Kindern gespielt? – Trozt 2000 Jahren Holz, Stein und Edelstein fragen die Jungen nach dem guten Jesus – Aber war er lieb? – Warum W. Willms auf solches Vokabular verzichtet – Publizisten und Theologen: Wie war es mit dem lieben Gott? – T. Mosers selbstanalytische Abrechnung mit ihm – Aber wie soll man ihm anders nennen? – Durch Fragen zur Erfahrung und Veränderung.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 19   15. Oktober 1976
Kurtmartin Magiera (1928-1975): Er ließ sich auf das Wagnis ein, als Christ zu schreiben – Sein Werk spiegelt sein engagiertes Leben – Madgiera übte Sozialarbeit an der Basis – Seine ersten Romane – Leben und Menschen in einer Pfarrei – Der kleine Mensch Liddl unterwandert den selbstsicheren Pfarrherrn Eichhorn – Bei Konzilsbeginn wechselte der Romancier zum Redakteur – Reportagen, Kurzgeschichten und Gebete – Sein letzter Buchtext: «ich habe dein gesicht gesehen» – «den geschichtlichen jesus in den gesichtern der menschen heute entdecken».
Paul Konrad Kurz, Planegg

BELLETRISTIK Nr. 14/15   31. Juli 1976
Mensch und Geschlechtlichkeit in der modernen Literatur: Warum die Literatur nicht vorbildlich und nur aufrichtig ist – Siebenschläfer und Das Nest zur Einführung – Das Wunder der Liebe fand nicht statt – Wunschloses Glück als Lehrbuch einer verhinderten Menschwerdung – Pubertätsnöte und Schullekture – Die Faszination der Geschlechter – Das Hohe Lied der Liebe und seine Spiritualisierung – Störfaktor im Räderwerk der Leistung und Produktion – H. Böll warnt gegen Vermarktung des Sex – Intensivere Darstellung des Eros bei romanischen Autoren – Literatur als weltliche «Theologie» der Zärtlichkeit.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 11/12   15. Juni 1976
Lust an der Berührung mit Erde und Wasser: (Neue christliche Lyrik der Männer II.): Kurt Marti hißt keine christlichen Fähnchen auf Bergen – Er kennt Sonnenritual, kretischen Wellenschlag, Körperglauben und Luftseilbahn – Pastor Block und Pater Pilz SJ gehören auch zu den «Grenzgängern» – Abschließender Überblick.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 10   31. Mai 1976
Neue christliche Lyrik der Männer: Sprachlicher Bruch in den fünziger und sechziger Jahren – «Pfingstpsalm» (R. A. Schröder) gegenübergestellt zu «Dich loben im Abfall» (R. O. Wiemer) – Bei Schröder fast nur noch Repetition – Bei Wiemer kommt Neues in Sicht – Eine ungetraufte Wirklichkeit wird in Beziehung gesetzt zu Gott – «Grenzgägnig» von Stephan Reimund Senge – Ein Dichter und Mönch aus der Abtei Himmerod in der Eifel – Wortaskese und Wortkondensate – «Gebrauchstexte» für den Gottesdienst von Wilhelm Willms – Ein Pfarrer als bekanntester christlicher Song- und Textautor – Die Botschaft Jesu muß neu geerdet werden – «Der geerdete Himmel» – Vom Befremdenden der biblischen Gestalten zur Verfremdung als literarischem Prinzip.
P.K. Kurz, Unteraching

BUCHBESPRECHUNG Nr. 8   30. April 1976
R. Bohren, Daß Gott schön werde: Praktische Theologie in ihrem Verhältnis zu den Künsten.
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 1976
«Geheiligt werde dein zugefrorener Name»: Neue religiöse Lyrik – Seit 1974 freundlichere Wetterlage für Poesie – Auffallende Fülle religiöser Gedichte – Ladies first – Beten «mit abgeschürften Worten» – Eva Zellers Winterpsalm – «Sagt meinem Tod, daß er offene Türe einrennen wird» – Hiob-Franziskus – Religiöse Urorte der Menschheit bei Helga Piccon-Schultes – Auseinandersetzung eines mystischen Bewußtseins mit Sprache und Realität – Dorothee Sölles «revolutionäre Geduld» (vgl. Titelseite).
Paul Konrad Kurz, Planegg

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1975
Ausbruch aus der Gottlosigkeit: «Schönes Gehege», Roman von Gabriele Wohmann – Autobiographische Züge wie bereits in früherem Gedichtband – Jetzt versteckt in männlicher Schriftstellerfigur – Von einem Fernsehteam inquisitorisch interviewt – Nach dem Tod des Vaters wird solche Fragerei belanglos – Der Regisseur erwartet den für ihn/sie typischen «bösen Blick» – Ausbruch aus Fixierungen und Zwängen zu einem neuen Leben des Glücks – «Lieber Gott»-sagen wird möglich.
Paul Konrad Kurz, Planegg

KURT MARTI Nr. 17   15. September 1975
Wenn das Lachen aufhört, haben die Riesen gesiegt: Der Ich-Erzähler erwacht aus einem Hochzeitstraum – Die Frage nach der sogenannten Wirklichkeit wird eingeleitet: Wer ist die Riesin? Kann man sie austreiben? – Die Große Loge Egon (Ego mit N) – Das erste und das zweite Finale – Erna-Tantra – Ein Hinterglasbild von Jesus – «Lauter Projektionen, er kann doch nicht alles gewesen sein» – Marti stiftet ein mythisches Bild – Disharmonische Beziehung zur christlichen Interpretation von Welt – Eine Erfahrung nahe der Erkenntnis von Audens «Verlorenes Lachen, verlorenes Beten».
Paul Konrad Kurz,Planegg bei München

LITERATUR Nr. 9   15. Mai 1975
«Catholics» – ein amerikanisch-irischer Roman: Ein Thema, das sich deutsche Autoren entgehen lassen – Mönchsinsel nach dem Vierten Vatikanischen Konzil – Auseinandersetzung mit einem weltmännischen römischen Visitator – Der Abt: «Ich war für ein anderes Jahrhundert geschaffen» – Humorvoller Beginn und tragischkomisches Ende – Weltgeschichtliches Thema in unerhörter Schwebe aus Teilnahme und Distanz gezeichnet.
Paul K. Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 5   15. März 1975
Zum Etikett «Christlicher Dichtung»: Seine Entstehung und sein apologetischer Charakter – Unschärfe und restaurative Tendenz – Wo endet und beginnt das Christliche? – Wohin gehören Büchner, Döblin und Gütersloh? – Chiffren von Transzendenz – Sölles Ansatz – Auf das Erzählende achten dort, wo es vorkommt.
Paul Konrad Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1974
Im Innern der Gedichte – Menschwerdung: Einst idealisiertes, dann abgebautes, jetzt neuentdecktes Menschenbild – Gottfried Benn: Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch – Brecht: Der Mensch hilft dem Menschen nicht – Warum negative Menschenbilder – Im «dirty-speech»-Ton erlösende Liebe gefordert – Umschlag des Pendels – Versuche, ein «positives» Menschenbild direkt zu gewinnen – Heinrich Böll und Nicolas Born – Im Innern der Gedichte steckt der Mensch, bist du – Weltliche Liturgie – Durch Verfremdung die Fremdheit der Weihnachtsbotschaft zurückgewinnen.
Paul Konrad Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 18   30. September 1974
Realisation – nicht «christliche Dichtung»: Dorothee Sölle leistet in ihrem Buch «Realisation» das «und» für «Literatur und Theologie» – Religiöse Sprache weltlich interpretiert – Tillich theologischer Gewährsmann – Die ästhetische Vermittlung des Absoluten – Biblische Sprache in Büchners «Woyzeck» – Faulkners «Eine Legende»: Unabgeschlossene Heilsgeschichte weiterschreiben – Drei große Beispiele – Kritische Würdigung: Ja zum Schlüsselwort «Realisation» und Vorbehalte zum Immanenz- und Transzendenz-Begriff.
Paul Konrad Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 17   15. September 1974
Die gebändigte Literatur: Enzyklopädie/Wissen im Überblick: «Die Literatur» – Erweiterter Literaturbegriff – Was ein Christ vermißt.
Paul Konrad Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 14/15   31. Juli 1974
Bewältigte Zeit – Provokation des Wirklichen: «Die Literatur der Bundesrepublik Deutschland» in Kindlers Literaturgeschichte der Gegenwart – Die deutsche Nachkriegsliteratur ist historisch geworden – Die CDU-Regierungen fanden keinen Kontakt zu den Schriftstellern – Kindlers Literaturband unterschlägt die Stimme der Literaten auf den Medien-Kanzeln – Prosa, Lyrik und Dramatik als Großeinteilung «mit etwas schlechtem Gewissen» – Christliche Literaturkritik hat kein Organ.
Paul Konrad Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 17   15. September 1973
Gott im Gedicht: Gott hat es schwer in einer verzweckten Welt – Noch schwerer tut sich religiöse Lyrik – Trotzdem «Poeten beten» – Aber sie beten der Religion zum Trotz – «Und also wurde das Wort Gott zum Proleten der Sprache» – Soziologenjünger in neuer Predigerrolle – Gedanklicher Überhang erdrückt die Erfahrung.
Paul K. Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 12   30. Juni 1973
Martin Walsers Roman «Der Sturz»: Drei Romane und drei verschiedenen Anselm Kristlein – Die kapitalistische Blomich-Welt – Die Gallistlsche Krankheit – Edmund, der parasitäre Intellektuelle – Sturz der Blomich-Welt – Und Gott? – Unsere Not erzeugt ihn von Sekunde zu Sekunde – Es bleibt die aggressive Resignation.
Paul K. Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 9   15. Mai 1973
Was die Dichter längst schon sahen: Nicola Chiaromonte und die Krise des modernen Bewußtseins – Der Glaube an die Geschichte als Fortschritt und Machbarkeit zuerst von dem Dichtern in Frage gestellt – Von Stendhal und Tolstoi zu Martin du Gard – Die Vernunft kommt in der Geschichte in jedem Fall zu kurz – Bei Malraux treten Tat und Aktion an die Stelle von Wahrheit – Pasternak findet keinen Sinn der Geschichte mehr – Um die Bekehrung von den Trends.
Paul Konrad Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 7   15. April 1973
«Heinrich Heine und die Abschaffung der Sünde»: Der Politologe D. Sternberger betrachtet den Poeten unter dem Gesichtspunkt seines Glaubens – Die Stiftung autonomer Glückseligkeit – Prophetie einer deutschen Revolution – Utopik, Narrenbewußtsein, Erlösungssehnsucht.
Paul K. Kurz, Unterhaching

LITERATUR Nr. 2   31. Januar 1973
China und die Wiederkehr des Engels: Wer ist Johannes Rüber? – Seine neue Erzählung «Malapa, Malapa» – Curzio Malaparte, eine historische Person – Gespräche und Monologe eines sterbenden Mannes – Analog zum Griechenlandtraum unserer Klassiker träumt Malaparte seinen Chinatraum – Der Engel als Retter – Menschwerdung im Reich der Mitte – Apolitische Dichtung im Dienst besserer Qualität des Lebens.
Paul K. Kurz, München

LITERATUR Nr. 23/24   15. Dezember 1972
Vom Weihnachtsmärchen zur Weihnachtssatire: Das Wunderbare ins Märchen gezogen –Dickens und Stifter – Bei Storm weihnachtet es stubenhaft – Vom öffentlichen Glauben übe die private Stimmung zum öffentlichen Geschäft – Bölls mechanischer Engel flüstert Friede – Gedichte entlarven – Aber wen? – Die verlorene und wiedergefundene Scham.
Paul K. Kurz. München

LITERATUR Nr. 17   15. September 1972
Aus dem Tagebuch einer Schnecke: Zum neusten Roman von Günter Grass – Lassen sich Belletristik, Politik und Pädagogik vereinen? – Ein Dichter und Wahlredner stellt sich seinen frangenden Kindern – Williy Brandt als Schnecke – Naziherrschaft als Hintergrund – Grass mit sich selbst zufrieden.
Paul K. Kurz, München

LITERATUR Nr. 12   30. Juni 1972
Auf der Suche nach dem Religiösen (4): Die Gottesfrage ist bei den modernen Autoren nicht verstummt – Gott, das Nichts und der «Große Bruder» – Jenseits der christlichen Redeweise – Befreiung oder Veränderung, statt Erlösung – Die Groteske und die Eschatologie – Jesus steigt vom Kreuz auf die Straße – Aber die Leute tragen ihn zurück – Wo läßt sich heute Transzendenz finden? – Kunst als Epiphanie und geistige Manifestation.
Paul K. Kurz, München

Nr. 11   15. Juni 1972
Auf der Suche nach dem Religiösem (3): Politischer Kämpfer und Novize beim Dichtermönch Thomas Merton – In einer christlichen Kommune – Generäle und Werbefunk vor Gottes Gerechtigkeit – Herr, erhebe Dich – Gegen Karrieremacher – Der Gott der «Armen» in Lateinamerika – Das Elementare und die komplizierte Welt – Sinnlichkeit und christliche Mystik – Freier Blick auf die Welt aus der Todesnähe – Ich sagte nur o.k. – Gebet für Marilyn Monroe – Das Mädchen, das auch seinen Traum hatte.
Paul K. Kurz, München

LITERATUR Nr. 10   31. Mai 1972
Auf der Suche nach dem Religiösem (2): Kurt Marti – Literatur ist Sprache und Ideologiekritik – Mehr als formale Spielerei – Bundesstaat, Verband, verbunden, Neuer Bund – Reinigung de Sprache und Verfremdung von Texten – Wie es einem ergeht, der heute Gott sucht – Der verlorene Sohn in der Verlorenheit des Wohlstandes – «Das könnte manchen Herren so passen» – Gegen die Sprachsklerose – Und die Inflation christlich-idologischer Parolen – Neuer, durch die Sprache eröffneter Zugang zur Wirklichkeit.
Paul K. Kurz, München

LITERATUR Nr. 9   15. Mai 1972
Auf der Suche nach dem Religiösem (1): Der ungemäße Trost nach dem Ende der sogenannten «christlichen Literatur» – Gertrud von Le Fort – Konnten uns ihre Reichsvorstellungen jemals weiterhelfen? – Silja Walter – «Der Fisch und Bar Abbas» – Der erzählerisch stärkste Einfall – Die Zeit «mönchisch» überspringen – Der Goldgrund der Legende und die Nähe zur geistlichen Idylle – Der Stundentag in den Gedichten «Der Tanz des Gehorsams oder die Strohmatte».
Paul K. Kurz, München


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